Overseer — Leitstand für KI-Agenten: Produktion in 28 Tagen
Ein eigenes RNM-Produkt: ein Panel, das alle Claude-Code- und Codex-Sessions auf den eigenen Rechnern zeigt und steuert — auch vom Telefon unterwegs. Vom ersten Commit bis zur laufenden Produktion vergingen 28 Tage.
Aufgabe
Ein KI-Agent läuft auf dem Rechner der Entwicklerin oder des Entwicklers — mit dessen Datenbanken, Zugängen, privatem Netz und eingerichteter Umgebung. Diese Arbeit lässt sich nicht in die Cloud verlagern, steuern lässt sie sich nur im Terminal genau dieses Rechners: Um zu sehen, woran der Agent auf der Dev-Maschine arbeitet, muss man sich per SSH verbinden, und außerhalb des Arbeitsplatzes gibt es weder Einblick noch die Möglichkeit einzugreifen. Wir brauchten ein Panel für die gesamte Flotte — unter der Bedingung, dass Agenten und Daten dort bleiben, wo sie sind.
Projektverlauf
Die Verbindung wurde umgedreht
Der Daemon öffnet selbst eine ausgehende gesicherte Verbindung zum Server, über die Befehle und Dateien laufen. So verbindet sich ein Rechner hinter NAT — ohne öffentliche IP, ohne Portfreigabe und ohne zwingendes VPN, die früher Voraussetzung waren.
Die Wahrheit bleibt auf dem Rechner
Sessions, der Verlauf mit dem Agenten und Dateien gehören dem Daemon, der Server hält nur eine wiederherstellbare Projektion. Deshalb erfindet das Panel keinen Zustand: Ist eine Maschine nicht erreichbar, sieht man das ehrlich, und sobald sie antwortet, korrigiert sich die Liste selbst.
Verbindungsabbruch ist Normalfall, kein Fehler
Jeder Befehl trägt eine stabile Kennung und die klaren Stufen „angenommen“ und „ausgeführt“. Der Laptop klappt zu, das Netz fällt aus, der Daemon aktualisiert sich — danach läuft der Zustand ohne verlorene und ohne doppelte Aktionen zusammen.
Zwei Agenten, eine Oberfläche
Claude Code und Codex unterscheiden sich in Protokoll und Fähigkeiten, liefern nach außen aber denselben Ablauf, dieselben Status und Kennzahlen. Codex hängt an seinem nativen App-Server — ein dauerhafter Prozess statt eines Neustarts bei jedem Zug.
Was wir umgesetzt haben
- →Flottenpanel: welche Rechner verbunden sind, wo gearbeitet wird, welcher offline ist
- →Arbeit am laufenden Agenten: Rückfrage beantworten, stoppen, die nächste Aufgabe einreihen
- →Claude Code und Codex hinter einem gemeinsamen Ereignisstrom — ein dritter Agent braucht kein neues Panel
- →Rechner hinter NAT verbinden sich über eine ausgehende Verbindung, ohne öffentliche IP und Portfreigabe
- →Client für iOS, Android, macOS, Windows und Linux aus einer Codebasis, dazu das Web-Panel
- →Push zu genau einem Ereignis: ein von Ihnen gestarteter Lauf endete, während Sie nicht hingesehen haben
- →Spracheingabe vom Telefon: die Aufnahme geht an unseren Server, der Provider-Schlüssel erreicht das Gerät nie
- →Token- und Kostenerfassung nach Autor, Projekt, Modell und Zeit — sichtbar, wohin das Agentenbudget fließt
Das Produkt im Einsatz




Ergebnis
Overseer wurde von der Idee zum Arbeitswerkzeug: Wir entwickeln damit Overseer selbst und die übrigen Projekte des Teams. In 28 Tagen — 97 ausgelieferte Aufgaben und 318 Commits, ein Web-Panel und ein Client auf fünf Systemen, Unterstützung für zwei Agenten und Rechner hinter NAT. Es ist unser eigenes Produkt, deshalb ist der Verlauf vollständig sichtbar und anhand der Daten prüfbar — und es ist derselbe Arbeitsmodus, den Kunden im Abo bekommen: ohne zusätzliche Abstimmungen und ohne Nachzahlungen unterwegs.